Corona: „Unterföhring hält Abstand und trotzdem zusammen“

Eine Aktion der Gemeinde und ihrer Vereine - wir sind natürlich dabei! Näheres siehe auf dem Flyer der Gemeinde.

Liebe Mitglieder,
Kameraden, wenn Ihr aufgrund Eures Alters, einer Grunderkrankung oder von fehlendem familiären Umfeld vor Problemen steht, z.B. Euch mit Lebensmitteln zu versorgen oder Rezepte einzulösen, meldet Euch!
Der Verein steht hinter Euch! In Treue fest!

75 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs

... eigentlich ein Anlass zum Feiern. Leider geht das derzeit aufgrund der Corona-Lage nicht. Trotzdem können wir uns dieser Tage zu Hause bewusst werden, dass wir uns auch trotz der aktuellen Situation glücklich schätzen können, seit 75 Jahren in einem Land (und mit Einschränkungen auch in Europa) ohne Krieg zu leben.

Wir freuen uns schon wieder drauf, diese in gemeinsamer Runde zu tun, aber bitten um Verständnis, dass wir gerade auch wegen unserer Mitgliederaltersstruktur derzeit die Schutzmaßnahmen mit besonderer Vorsicht einhalten.

Um dem Jubiläum des Kriegsendes doch einen Raum hier zu geben und dazu noch den Bezug zu Unterföhring herzustellen, geben wir an dieser Stelle einen Artikel der Unterföhringer Pfarrgemeinderätin Mathilde Wolfertstetter wieder. Sie hat ihn in Ausgabe 20/2020 der Unterföhringer Ortsnachrichten veröffentlicht und uns freundlicherweise dessen Wiedergabe auf unserer Webseite erlaubt. Vielen Dank dafür und vor allem dafür, dass sie sich den Themas angenommen und es für die Öffentlichkeit aufbereitet hat, durch Recherche in den Archiven und Schreiben dieses schönen Artikels:

Kriegsende in Unterföhring

Nach Kriegsende waren die Pfarrer des Bistums München und Freising angewiesen, die Ereignisse in ihren Gemeinden zu dokumentieren. Auf diese Weise wurden mündliche Überlieferungen auf eine verlässliche Grundlage gestellt und bekamen Form und Gestalt durch die Publikation Die Kriegs- und Einmarschberichte im Archiv des Erzbistums München und Freising.

Darin schreibt Pfarrer Adolf Pschorr von den Bombenangriffen auf München, unter denen am 3./4. Oktober 1943 und im Jahr darauf auch Unterföhring gelitten hat, von den Plünderungen in den Wochen nach Kriegsende und vom Bürgermeister, der in der besonders kritischen Situation zwischen dem Abzug der SS und dem Einmarsch der US-Armee mit großem Glück seiner Ermordung entging.
Vorstand
Drei Gedenktafeln im Vorraum der Kirche St. Valentin erinnern an die Opfer des Krieges. Die mittlere davon weist in der linken Spalte unten die im Bericht erwähnten vier Namen der Familie Veil sowie den Namen von Frau Rogen aus.
Foto: M. Wolfertstetter

Hier der Bericht vom 25. September 1945 in Auszügen:

„Am 9. Juni [1944] wurde der Kanal getroffen, Häuser, Wohnungen und Ställe am Kanal überschwemmt. Zwei Häuschen am Kanal, Rogen und N.N., gänzlich zerstört; Frau Rogen war sofort tot. Am gleichen Tage erhielt auch in der Caritassiedlung [heute Siedlerstraße] ein Haus einen Volltreffer, bei dem die Insassen, Familie Veil, Mann und Frau und 2 Knaben, getötet wurden. Sehr gefährlich war auch der Angriff am 12. Juli 1944, damals fielen mehrere Bomben in das Dorf; ein Haus neben der Kirche wurde halb weggerissen, die Kirchenfenster und das Kirchendach aufs neue beschädigt, der Friedhof verwüstet, ein Stadel im Dorf (N.N.) brannte ab. Eine Bombe fiel vor das Haus des Schneidermeisters N.N. und blieb dort 3 Tage liegen bis sie entschärft wurde.
[…]
Großen Jammer löste auch die große Zahl der im Felde gefallenen Krieger aus. Bis jetzt, September 1945, sind 60 gemeldet, dazu kommt noch eine ansehnliche Zahl von Vermißten. Auch sind einige als Krüppel zurückgekehrt.
[…]
Als die Amerikaner herbeirückten, wollten die SS Unterföhring verteidigen. Das ganze untere Dorf war von ihnen besetzt. Zum Glück kamen die Amerikaner nicht von Ismaning her, sondern von München, so daß die SS in das Moos hinunter ausweichen mußten. Die Brücken hatten sie alle gesprengt. Zum Schluß wollten sie auch noch unseren Bürgermeister Joseph Lechner, weil er Unterföhring nicht verteidigt hat [er kam mit weißer Fahne aus dem Haus und wollte das Dorf kampflos übergeben] und weil er, wie sie sagten, ein „Grüß-Gott-Bürgermeister“ war, umbringen. Nur dem Umstand, daß auf der Straße ein plötzlicher Lärm entstand, nach dem sie sich umschauten, ist es zu verdanken, daß er entwischen konnte. Das war am 30. April 1945. Am 1. Mai 1945 zogen die Amerikaner ein. Alle Häuser zeigten weiße Fahnen.
[…]
Wir danken Gott, daß wir so gut noch aus den vielen und schweren Gefahren herausgekommen sind.“

Willkommen beim Soldaten- und Kriegerverein Unterföhring...

  • einem der ältesten Traditionsvereine Unterföhrings
  • mit wachsenden Mitgliederzahlen
  • mit zahlreichen Veranstaltungen
  • mit einer über die Landesgrenzen hinaus bekannten Böllerschützengruppe

Auf diesen Seiten wollen wir den Verein vorstellen, seine Mitglieder über Veranstaltungen informieren, sowie Presseberichte veröffentlichen.

Viel Spaß beim Lesen.